14. Mai 2014

Was finde ich toll an mir?

Von Marco Nast
Ich finde es toll an mir, dass ich mir langsam immer mehr Sachen merken kann, obwohl ich gar kein Tagebuch führe und nur vorgebe eines zu führen. Es ist zwar mein persönlicher Wunsch dies endlich in die Tat umzusetzen, habe es aber leider immer vor mir her geschoben. Durch meinen Unfall habe ich einige Macken und dennoch mag ich mich ein wenig. Ich bin bestimmt ein umgänglicher Mensch. Ich finde es auch klasse, dass meine Eltern immer soviel Geduld mit mir haben und mich mit meinen Macken und meinen ständigen Wiederholungen dennoch zu schätzen wissen. Ich habe immer noch den Wunsch, mich in einen glücklichen und gesunden Menschen zu verwandeln. Was ich klasse finde, ist die Tatsche, dass ich mich irgendwie recht gesund fühle, denn die Gesundheit ist als solches ein ganz großes Geschenk.
Wenn ich bedenke was es alles für Katastrophen in der Welt gibt, bin ich sehr froh davon nur in den Nachrichten zu erfahren. Es ist schon eine tolle Sache, dass wir Menschen hier in Deutschland so wenig von den Problemen in der Welt mitbekommen, da können wir schon von ganz viel Glück reden.

Was mache ich, wenn ich im Lotto über 2 Millionen Euro gewinne?

Von Marco Nast
Was mache ich, wenn ich im Lotto über 2 Millionen Euro gewinne?
Ich denke, in diesem Fall würde ich ganz kurzfristig einen Traumurlaub buchen und meine nervigen Therapien absagen.
Ich glaube, dass das zwar ganz viel Geld ist, aber Geld als solches macht leider gar nicht glücklich, das weiß ich aus zuverlässiger Quelle. Ich würde auch darüber nachdenken, ob ich das Geld vielleicht irgendeiner sozialen Einrichtung spenden könnte. Die meisten Menschen können mit so viel Geld gar nichts anfangen. Dieser große Betrag könnte doch so einiges in einem Leben verändern. wohl dem ich doch recht glücklich bin. Denn ich habe ein recht nettes zu Hause und sehr angenehme Eltern, die mich mit meinen ständigen Macken zwar recht nervig finden, aber mich dennoch mögen und als jüngstes Mitglied unserer Familie zu schätzen wissen.

13. Mai 2014

10 Minuten Schreibtraining

Von Johannes Plomitzer
Ich hab Ängste! Ich habe Angst, irgendwann nicht mehr sehen und hören zu können. Ich kann mir in letzter Zeit wenig merken und das regt mich auf. Wann werde ich mich endlich wieder normal unterhalten können, so wie früher? Ich habe auch Angst vor dem Einschlafen und glaube, dass ich im Pflegeheim aufwache. Wenn ich das mit dem Pflegeheim träume, dann kann ich aus diesem Traum nicht mehr heraus finden. Und meine Familie ist im Unglück. Die ganzen Alpträume haben hauptsächlich mit Pflege zu tun.
Manchmal gibt es Tage, da fühle ich mich echt beschissen, da klappt einfach gar nichts. Ich will noch an mir arbeiten, dass alles gleich beim ersten Mal klappt und die Betreuer mich nicht so oft erinnern müssen.
Ich komme zur Zeit sehr wenig zur Ruhe. Schaffe es nicht, einzuschlafen. Manchmal träume ich, ich bin im Wald, liege da und kann meine Beine anders bewegen. Stehe auf und laufe einfach so. Und laufe, laufe, laufe...so wie Forrest Gump.

Mein Krankenhausaufenhalt

Von Gunda Breul
Ich, Gunda Breul, habe bei meiner Hausärztin einen Einweisungsschein abgeholt und bin am 3.4. mit dem Taxi ins Krankenhaus in Barmbek gefahren. Dann bin ich, Gunda, von der Anmeldung zur Station IMCB12 gegangen und dort bis zum 11.4. zur Beobachtung geblieben. Da waren zwei schnuckelige Krankenpfleger, die sehr hübsch aussahen. Der eine hieß Sascha, hatte sehr süße, niedliche Sommersprossen und war ca 1,78m groß. Olli war ca 1,60m groß. Das Essen war echt super und hat sehr lecker geschmeckt. Die Ärzte/Ärztinnen, Pfleger und Schwestern waren sehr nett und lustig. Aber das, was ich am coolsten fand, war der Hängefernseher und das ich nette Bettnachbarn hatte. Die Woche war sehr gut und nicht langweilig, aber das Wochenende war sehr langweilig, weil morgens keine Visite stattfand und niemand da war, den man anbaggern konnte oder mit dem man schäkern konnte. Sascha und Olli haben immer nur gelacht, als ich ihnen gesagt habe, dass sie echt sehr süß seien und gut aussehen.
Eure Autorin Gunda Breul von der Schreibwerkstatt.
PS: Ihr wart sehr nett und empfehlenswert. Danke für alles.

16. April 2014

Lotta hat die freie Wahl

Von Nora 
Lotta darf sich das Ziel des nächsten Wochenendtrips von ihr und Mama aussuchen. Sie will nach Böen, da es dort immer windig ist. Das weiß Lotta aus dem Radio, das Mama immer hört: Da heißt es immer, in Böen sei es sehr windig. Lotta weiß zwar nicht, wo Böen liegt, aber Mama wird es schon wissen, die weiß alles. Immerhin bot sie Lotta auch an, sich das Ziel des nächsten Wochenendtrips auszusuchen.
Erwartungsvoll packt Lotta ihren neuen Drachen in den orangefarbenen Rucksack. Sie freut sich schon!

14. April 2014

Aktuelle Gefühlslage

Von Johannes Plomitzer
Ich fühl mich halt meistens schlecht, kann schlecht schlafen, das ist jede Nacht so. Am meisten Angst habe ich davor, dass mir was passiert oder dass ich später im Altersheim lande. Das beschäftigt mich auch nachts in meinen Träumen. Meistens finde ich aber dort keine Lösung. Das Problem im Traum ist immer, das mir keiner helfen kann.
Wenn ich davon erzähle, bei der Arbeit oder in der Max B, werden sie immer sauer. Keiner kann damit so richtig umgehen. Ich glaub, sie werden sauer, weil ich vielleicht zu oft davon erzähle. Aber das Thema beschäftigt mich halt sehr und ist stets präsent. Viele zeigen Verständnis, können aber damit nichts anfangen.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass das Leben ein Kreislauf ist, und wenn ich jetzt sterbe, wache ich wieder in Rostock auf. Dann wiederholt sich alles.

Zugvögel

Von Lina Strothmann
Im Winter. In einem kleinen Haus ein etwa sechs Jahre alter Junge mit seinem Vater. Ben schaut aus dem Fenster in die verschneite Landschaft. Er läuft zu seinem Vater.
- Papa, wo sind denn im Winter die ganzen Vögel?
Der Vater schaut kurz den Jungen an.
- Die sind im Süden.
- Aber wie sind die denn da hingekommen?
- Aber Jan, das sind doch Zugvögel.

Daraufhin stellt der Jan sich die Vögel in einem Zug vor, in dem alle gemeinsam mit viel Gepäck in den Süden fahren, um dort Urlaub zu machen. Denn es sind ja ZUGvögel.
Am Ende kommt Jan wieder zu seinem Vater.
-Papa, jetzt sind die Vögel mit dem Zug im Süden angekommen und machen da Urlaub.
Der Vater schaut seinen Sohn kurz an.
- Zug? Urlaub?, fragt er mit einem Kopfschütteln.

Tja, das kommt dabei heraus, wenn man seinen Kindern nicht richtig zuhört und nicht richtig Antworten gibt. Da kommen sie schnell auf verrückte Gedanken.

Wie ich angefangen habe, mich für Japan zu interessieren

Von Sarah Gorski
Ich war nicht von Anfang an ein Japan-Fan. Mein Bruder hatte mit ein paar Lieder von japanischen Bands vorgespielt und ich habe Benni dann gefragt, ob er mir einige Lieder auf meinen MP3-Player macht. Das hat er dann auch gemacht - für ein bisschen Kohle, versteht sich. Und so waren dann mehrere Songs meiner Lieblingsbands drauf. Danach ging es weiter mit japanischen Zeitschriften, Mangas, Anime-Serien und Cosplay. Ich habe auch ein Japan-T-Shirt. Und in meinem Zimmer hängt als Erstes eine riesengroße Kanada-Flagge und an der zweiten Hälfte der Wand hängt eine Japan-Flagge. Ich habe auch eine typische Manga-Helden-Perücke in Dunkelblau.

Urlaub in München

Von Steffi Thies
Ich war sehr aufgeregt, dass Miriam, meine Schwester, mich in der Wohngruppe besuchte. Ich wusste, dass sie mit mir nach Bayern in den Urlaub gehen würde. Ich war vom 27. bis zum 30. März in Bayern gewesen. Von Hamburg nach Bayern sind wir mit dem Zug gefahren; das hat ziemlich lange gedauert, ungefähr acht Stunden. Als ich im Hauptbahnhof München ankam, habe ich mich sehr gefreut, weil ich endlich in Bayern war. Ich verbrachte meine Zeit mit meiner Familie in Bayern, das war für mich sehr schön. Ich habe so viele Fotos gemacht. Das Wetter war gut und wir waren in einem Eiscafé. Ich habe heute immer noch die Fahrkarte.

9. April 2014

Meine Kindheit und mein Erwachsen sein

Von Marco Nast
Ich, der Marco, bin ein echtes Landei. Das liegt vielleicht daran, dass ich auf dem Lande groß geworden bin.
Ich liebe das ländliche Leben. Die Menschen kennen sich alle recht gut und haben sich auch miteinander angefreundet und halten dennoch den nötigen Abstand, um sich nicht auf die Füße zu treten. Es grünt und blüht schon alles. Frühmorgens, wenn ich die Fenster öffne höre ich bereits die kleinen Vögel zwitschern. Ich liebte diese Ruhe bereits seit meiner Kindheit. Daher wollte ich auch nie aus dieser Gegend wegziehen. Wir sind vom Wald eingeschlossen. Die Tiere kommen bis an das Gartentor heran. Es ist einfach herrlich hier.
Ich habe das große Glück, dass ich ein schönes zu Hause habe, darüber bin ich sehr froh. Was mir bei meinem zu Hause sehr gefällt ist die Tatsache, dass meine Eltern mir ein großes Wohnzimmer angeboten haben, das hat sogar über 50 m². Dieses Zimmer nutze ich auch richtig aus, ich habe mir auch eine klasse Musikanlage gekauft. Ich muss schon sagen, dass ich ein richtiger Musikfan geworden bin. Ich habe mir, schon vor vielen Jahren, selbst große Boxen gebaut. Aber ich versuche, trotz meiner Musik, meine Nachbarn nicht zu stören. Dieses Haus hat mein Vater eigenhändig gebaut. Was mir sehr gut gefällt ist die Tatsache, dass wir auch nette Nachbarn haben. Das sind Menschen die mir gut gefallen und die uns auch mit unseren Macken mögen.
Ich glaube, ich bin ein glückliches Landei und darüber bin ich auch sehr froh.
Ich hoffe sehr, dass ich mich mit der Hilfe meiner Eltern wieder langsam rehabilitieren kann, das heißt, ich hatte vor vielen Jahren einen schweren Unfall. Ich bin sehr froh, dass meine Eltern mich nie im Stich gelassen haben.
Durch die Schreibwerkstatt, die von Frank und Anette geführt wird, können wir uns durchaus kreativ weiterentwickeln. Dieser Kurs begann mit Sylvia Heinlein und Frank Nestler. Die uns gezeigt haben, dass auch wir vollwertige Menschen mit sogar gewissen Begabungen sind und darüber bin ich sehr froh. Was ich auch sehr klasse finde ist, dass sich die netten Menschen von der Schreibwerkstatt so viel Mühe mit uns machen und uns bei unserer Rehabilitation helfen. Es ist zwar ein weiter Weg, zur Schreibwerkstatt zu kommen¸ aber es lohnt sich wirklich.