15. Mai 2024

Nachhaltige Zombies

 von Sarah Gorski

Wenn Sie einkaufen wollen, machen Sie die "Zombie-Köpfe" doch einfach in eine Stoff-Tüte, dann haben es die Köpfe warm und kuschelig. 

Trennen Sie die Haut von den Knochen ab.

Dieser Zombie läuft leider weder mit Benzin noch auf Elektro. Er läuft auf Treibgas.

Wieso Leder-Schuhe kaufen? Zombies gehen doch auch schon auf Haut und Knochen.

Zombies verschwenden weniger Wasser. Man riecht sie nämlich schon von weitem.

Nachhaltigkeit!

 von Sarah Gorski

Recycling

Stoff statt Plastiktüten

Müll trennen

Elektro-Autos statt Benzin

Nackt statt Pelz!

Weg mit dem AKW

Nutzt Solarenergie

Milch direkt vom Euter der Kuh

Eier direkt vom Bauern kaufen

Weniger Wasserverschwendung!

Barfuß statt Leder

Stoppt die Müllverbrennung

Nachhaltige Familie

 von Lina Strothmann

Sabine: Michelle, ich habe hier eine Mathearbeit von dir. Du hast eine 5. Hast du denn gar nicht geprobt?

Ohne von ihrem Handy aufzuschauen antwortet Michelle nur: Hatte keine Lust.

Sabine: Ach, Michelle. Du lernst gar nicht mehr für die Schule und machst auch kaum deine Hausaufgaben. Dein Lehrer hat mir das auf dem Elternabend erzählt.

Michelle: Und, bekomme ich jetzt Hausarrest?

Sabine: Was?

Michelle: Nur so eine Idee.

Sabine: Ach, Michelle. Jetzt leg doch mal dein Handy weg.

Michelle antwortet nicht.

Sabine: Was soll denn aus dir werden? Selbst aufräumen tust du auch nicht mehr. Dein Zimmer sieht aus wie ein Schlachtwerk.

Michelle steht auf: Ich geh zu Luisas Party.

Die Tür fällt ins Schloss.

Sabine zu ihrem Mann: Klaus, sprich du doch auch mal mit deiner Tochter!

Klaus: Gehst du bitte da weg? Ich kann den Film sonst nicht weiterschauen.

Sabine geht aus dem Haus und haut den Kopf gegen die Tür. 

Eine Nachbarin: Alles okay?

Sabine: Meine Familie bringt mich noch in den Wahnsinn! Sie werden immer nachhaltiger im Nichtstun.

Nachbarin: Genau deswegen war ich in meinem Bett nie so nachhaltig. Hättest du vielleicht auch machen sollen.

Dann geht sie davon.

Selbstbewusst? Na klar!

 von Sarah Kamal

Von dem arabischen Chor, in dem ich singe, habe ich euch schon erzählt, oder? Es war nun schon mein vierter Auftritt mit dem „Dopamin Chor Hamburg“. Das letzte Mal sind wir im Körberhaus in Bergedorf, im Rahmen des Bergedorfer Chorfestivals aufgetreten. Jeder Chor hatte fünfzehn Minuten Zeit um fünf Lieder zu singen. So auch wir. Am Ende gab es dann stehende Ovationen.

Das ist vielleicht ein tolles Gefühl, so auf der Bühne zu stehen und seinen Beitrag abzugeben und dann mit Jubel und Applaus belohnt zu werden und sich vor dem Publikum zu verbeugen. Ihr denkt jetzt vielleicht: Naja, ihr werdet alle Applaus bekommen haben und so war es natürlich auch. Doch als sich einer unserer Kollegen, so nenne ich ihn jetzt mal, in den Backstage-Bereich verirrte, berichtet er uns, dass die Deutschen bei uns durchgedreht wären. Sie hätten Zugaben verlangt, hätten gar nicht mehr aufgehört zu klatschen und unendlich viele Videos gemacht. Auch meine Mutter bestätigte dies. Laut ihr gab es auch Jubelrufe und wir hätten den meisten Applaus bekommen. Meine Chorfreundin teilte uns von ihrer Freundin dasselbe mit. Am Ende des Abends haben wir noch alle gemeinsam „Look at the world“ gesungen.

Dieses Gefühl, was ich euch beschreibe, ist unendlich gut für das Selbstbewusstsein und ich empfehle jedem mit psychischen Problem: suche dir eine Plattform. Es muss ja nicht singen sein. Man muss auch nicht auf der Bühne stehen, doch jeder Mensch hat ein Talent. Mach Videos, in denen du tanzt oder malst und teile sie auf Facebook. Schreib etwas und teile es der Welt in irgendeiner Form mit. Lass dich aber nicht entmutigen, wenn es mal jemand nicht toll findet, dann finden es am nächsten Tag 4 andere Menschen toll.

Ich wünsche mit unendlich viele solcher Momente, sei es nun mit „Dopamin“ oder mit „Tolle Worte“. Ich würde mir wirklich mehr Auftritte mit „Tolle Worte“ wünschen, einfach um zu beweisen: behinderte Menschen können sich auch artikulieren und ihre Meinung äußern. Auch wenn manche von uns auch geistige Probleme haben. Albert Einstein soll schließlich auch Autist gewesen sein. Ihr müsst uns nur eine Plattform geben.

Sommer

 von Dennis Seidel

Im Sommer ist die Zeit des Urlaubs. Man kann am Strand in einem Strandhaus übernachten. Die Sonne scheint sehr lange.

Meine Frau Victoria trägt einen roten Sommerrock und ist gerne leicht bekleidet. 

Bei Hitze sich ein kühles Eis holen und am Strand einen Cocktail trinken, das ist schön. Verliebt sein auch.

In diesem Jahr ist die Fußball-EM. Wenn Deutschland gewinnt, feiern sie bis zur Mitternachtsdämmerung.

3. Mai 2024

Zum Protesttag

 Von Benjamin Heinicke

Wir Menschen mit Behinderung wollen fair und gerecht in Werkstätten bezahlt werden. Es soll eine Geldleistung aus einer Hand geben, damit Menschen mit Behinderung frei von der Grundsicherung sind.


Hinweis: Am 5.5. ist der Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. In diesem Jahr zu dem Motto "selbstbestimmt leben ohne Barrieren".

Wir wollen auch leben

 von Sarah Kamal

Oft wird es so dargestellt, als wäre die Inklusion und Integration von Menschen mit Behinderung in Deutschland kein Problem. Ich, als von einer Behinderung betroffene Person, die auch viele Freunde mit ähnlichen Problemen hat, sehe das nicht so. 

Was Arbeit betrifft werden Menschen mit Behinderung oft an die Werkstatt verwiesen, egal ob es von der Art der Behinderung her passt, mal abgesehen davon das dies nicht mit Inklusion zu tun hat, wo bleibt da die Selbstbestimmung? Vielleicht möchte der Mensch ja nicht in die Behinderten-Werkstatt? Vielleicht möchte er ja eine Ausbildung machen oder sogar einen Schul- oder gar einen Uni-Abschluss machen? Klar, nicht jeder mit einer Behinderung schafft das auch, aber genau hierbei seid ihr gefragt, liebe Betreuer, Lehrer, Therapeuten, Erzieher und Sozialpädagogen. Mit etwas Förderung und vor allem Vertrauen in uns klappt das schon. 

Der zweite Punkt betrifft das Thema Wohnen. Mir wurde beispielsweise gesagt, ich sei nicht selbstständig genug, um alleine zu wohnen. Ja, wie soll ich es denn werden, wenn man mir keine Chance dazu gibt? Natürlich bin ich nicht so fit im Haushalt wie gesunde junge Menschen, aber wenn ich es wäre, bräuchte ich ja auch keine Betreuung. 

Der dritte Punkt ist: Warum machen es einem die Krankenkassen so schwer? Warum müssen Menschen die offenkundig nicht ohne Rollstuhl leben können oder andere wichtige Hilfsmitteln für ihren Alltag brauchen wie wild darum kämpfen? Unsere Einschränkungen verschwinden nicht, nur weil wir unsere Hilfsmittel nicht bekommen. Dann können wir eben nicht am Leben teilhaben, bleiben zuhause, liegen da im Bett, weil wir da ja dann auch nichts weiter machen können und gucken uns die Decke an. Ja, klar es muss gespart werden. Wie wäre es wenn ihr nicht im sozialen Bereich sparen würdet? 

Diese drei Punkte sind nur einige wenige Aspekte, die mir jetzt in den Sinn kommen. Es gibt viele Punkte, zu denen ich mich äußern könnte, denn die Basis für ein selbst bestimmtes Leben ist, meiner Meinung nach, Inklusion. Wenn ich, als behinderter Mensch, in meiner eigenen kleinen Gesellschaft leben muss, habe ich ja auch kaum Möglichkeiten etwas selbst zu bestimmen. Dazu gehören viele Bereiche des Lebens, Freizeit, soziale Teilhabe, Bildung, Familiengründung und Heiraten. Außerdem ist Vertrauen ein großer Aspekt. Erzählt uns also bitte nicht immer nur, was nicht möglich ist oder was wir nicht können, sondern macht uns bitte Mut unseren Traum zu leben.


26. April 2024

Janas Entscheidung

 von Sarah Kamal

Der Wecker klingelte, doch Jana drehte sich nur auf die Seite. "Mhmmm", grummelte sie. Doch das penetrante Ding wollte einfach nicht aufhören zu klingeln. Sie stand also auf und zog sich an, dann saß sie am Frühstückstisch. "Gott, habe ich wieder Lust dahin zu gehen", dachte sie. Sie schleppte sich durch die Stadt zur Uni, da saß sie nun wieder gelangweilt in ihrer Jura Vorlesung. Die Worte des Professors zogen sich wie ein Lindwurm durch ihre Ohren, diese Paragraphen. Wann würde er endlich seinen Vortrag beenden und einfach mal still sein? Irgendwann war er dann fertig, doch für Jana fühlte es sich an als wäre ein Millennium vergangen. 

Am Nachmittag traf sie sich mit ihrer Freundin und klagte sich bei ihr aus. "Exmatrikuliere dich doch endlich, wenn es dir keinen Spaß macht. Lebe endlich deinen Traum. Ich habe es dir doch schon so oft gesagt!" - "Aber das geht doch nicht, Eva, mein Vater, er wird so enttäuscht sein." - "Du quälst dich aber in deinem Jurastudium und nicht dein Vater. Der ist über 70 und hat sein Berufsleben hinter sich." Dem Rat ihrer Freundin folgend fasste sie sich ein Herz und teilte ihrem Vater ihre Entscheidung mit.

"Du hast was?", schrie er sie erbost an. "Ich habe mich exmatrikuliert", sagte sie. Ihr Vater war sichtlich sauer. "Warum hast du das getan?", wollte er wissen. "Weil ich mich tödlich gelangweilt habe", antwortete sie. "Und was willst du jetzt machen?", wollte er wissen. Bevor sie ihm antworten konnte, mischte sich ihre Mutter ein und sagte: "Na, sie studiert Kunst, das passt doch sowieso viel besser zu ihr." Oh, nein. Gott, wieso sollte ich Kunst studieren? Das ist ja noch langweiliger als Jura. Da hätte ich ja gar keine Lust drauf. - "Das wäre doch toll, Liebes. Das wolltest du doch schon immer machen. Du sollst dich gleich morgen einschreiben." - "Nein, Mama. Das werde ich nicht machen", sagte Jana. - "Wieso?" - "Weil ich kein Kunst studieren möchte." - "Du möchtest kein Jura studieren und keine Kunst studieren. Was möchtest du denn?" - "Ich werde Schriftstellerin und Übersetzerin werden. Ich werde in fremde Länder reisen und den Menschen in Deutschland über die Umstände in von Katastrophen gebeutelten Ländern berichten und wie wir ihnen helfen können. Das ist mein Traum."

Entscheidungen treffen

 von Lina Strothmann

Nick: Ich weiß nicht, ich muss es mir noch überlegen.

Max: Ich bitte dich, Nick. So schwer ist die Antwort nun wirklich nicht.

Nick: Naja, Max. Ich muss keine Frage beantworten, sondern eine Entscheidung treffen.

Max: Verdammt, dann mach das endlich!

Nick: Was bist du denn so gereizt?

Max, wütend: Naja, wir stehen jetzt schon eine halbe Stunde hier bei Edeka und du kannst dich nicht entscheiden, welches Müsli du kaufen willst!

Nick: Naja, das ist eine wohlberechtigte Entscheidung.

Max: Mach deine Einkäufe doch alleine. Ich verschwinde.

Nick: Aber, Max...

Max: Nein, nicht "Aber, Max". Ich helfe dir nicht mehr. Und weiß du was? Diese Entscheidung ist mir nicht mal schwer gefallen!

Arbeit in einer WfbM

 von Benjamin Heinicke 

In Deutschland arbeiten sehr viele Menschen mit einer Behinderung in der WfbM. Die Arbeit in der Werkstatt wird viel zu oft als Sonderwelt gesehen und die Beschäftigten erhalten für diese Arbeit ein sehr geringes Entgelt, wodurch soziale Teilhabe für Menschen mit Behinderung erschwert wird. Viele Menschen mit Behinderung wollen auch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ausprobieren. Oft fürchten Betriebe in der Wirtschaft, dass Behinderte zu teuer sind, obwohl es inzwischen gesetzliche Instrumente gibt, wie das Budget für Arbeit und Unterstützte Beschäftigung.

Ich als WfbM-Beschäftigter habe am Anfang viel Schwierigkeiten gehabt auf den 1. Arbeitsmarkt zu kommen, dachte aber, ich will das Ziel erreichen und ging ohne Hilfe der Werkstatt auf Praktikumssuche.