Freitag, 24. September 2010

Jammern kannst Du woanders

von Marco Nast
Jammern ist ein Zeichen von Unzufriedenheit. Jammern zeigt, dass man sich den Verlauf der Dinge anders vorgestellt hat, als sie verlaufen sind.

Ich glaube aber, dass das Jammern an sich schon eine
Hilfe ist, seine Probleme zu überwinden.

Es ist schon eine befreiende Sache, auf diese Weise
seinen Kummer loszuwerden.

Es gibt auch Menschen, die dafür kein Verständnis und auch kein Ohr dafür haben.

Oft steckt etwas ganz anderes hinter dem Jammern.
Manchmal sind es Krankheiten, Arbeitslosigkeit, Armut oder soziale Vereinsamung.

In unserer heutigen Gesellschaft ist das Jammern einfach nicht mehr angesagt.

Natürlich gibt es Menschen, die alles besitzen und doch unzufrieden sind und jammern.

Aber man sollte doch so einen Menschen erst einmal anhören, ob sein Jammern berechtigt ist.

Ein schöner Traum

von Dennis Seidel

Ich habe geträumt, dass ich am Meer war. Das Wasser war schön warm und der heiße Sand brannte an den Füßen.
Es war so richtig schön.
Die Sonne hatte geschienen.

Die Rowdies vom Stellbrinkweg

von Sahra Gorski

Ich bin vor kurzem umgezogen und meine Mitbewohnerin nervt mich mit ihrer lauten Musik am Morgen. Außerdem ist sie immer zu erst im Badezimmer, so dass ich erst ein paar Stunden nach ihr herein gehen kann. Ich vermisse meine Eltern und meine Geschwister. Auch die Gegend hier ist sehr gefährlich. Bei meiner Mitbewohnerin und mir haben zwei „kranke“ Jugendliche die Klingeln eingetreten. In der Nacht haben diese „Rowdies“ kleine Steine gegen mein Fenster geworfen. Aber als ich zum Fenster gegangen bin um diese „Bengel“ zusammenzustauchen, haben die sich aus dem Staub gemacht. Deswegen haben die Betreuer unsere Namensschilder neu gemacht. Jetzt steht nur noch der Nachname drauf.
Als nächstes werde ich die „Armee der Finsternis“ hinter den Beiden herschicken, damit diese ihnen das Fürchten lernen.

Tempo

von Lina Strothmann

Vor zwei Wochen habe ich die Lust am flirten im Internet entdeckt. Im Internet gibt es ja tausend von solchen „Seiten“, meine nennt sich easy flirting. Hier sind reichlich ganz charmante Männer dabei. Bei easy flirting sind Menschen aus ganz Deutschland vorhanden und alle Altersstufen sind auch vertreten - na ja, sagen wir achtzehnt…
Bei der Anmeldung habe ich mich als Sammey eingetragen und dann gibt man einiges über sich aus: Name, Alter, Stadt, Augenfarbe…Aber das wichtigste ist natürlich das Foto. Ich habe aber noch keins auf meine Seite gestellt – ich wollte es erst ruhig angehen lassen. Leider ist jedoch nicht viel passiert. Niemand wollte mich kennenlernen und Nachrichten habe ich auch fast keine bekommen. Wenn mir jemand schrieb, dann nur „Was machst du hier, wenn du dich nicht zeigst?“ Also stellte ich ein Foto auf meine Seite. Daraufhin wollten mich ganz viele Männer kennenlernen und legten ein ziemliches Tempo vor, was das Flirten anging. Aber das ist bei diesem Foto auch kein Wunder, oder?
Das Aussehen, sich schick machen, spielt eine wichtige Rolle, wenn man jemanden kennenlernen möchte. Na ja, anders würde es ja auch nicht gehen.

Die Verlobung

von Dennis Seidel

Am 19. September haben sich Dennis Seidel und Paula Stolze im Bunker an der Feldstraße verlobt. Fast 60 Gäste waren da um mit den Beiden zu Feiern. Es war eine richtig schöne Verlobung mit vielen Geschenken. Die Eltern, Großeltern, Tanten, Geschwister, Mitbewohner und Freunde gratulierten den Beiden zur Verlobung. Zum Schluss der Feier sind alle noch mitten in das Spiel HSV gegen St. Pauli geraten. Es gab richtig viel zu Essen und zu Trinken und es wurde viel getanzt.
Alle hatten Spaß.

Donnerstag, 16. September 2010

Heiß, heiß, heiß!


von Marco Nast

Wir hatten einen sehr schönen Urlaub auf Mallorca verbracht.
Es war ein ruhiger, angenehmer Flug. Schon bei der Landung flog
uns die Hitze mit voller Kraft entgegen. Es waren dort 36 Grad C.
Wir hatten uns schon auf das Baden im Mittelmeer gefreut.
Die Luftfeuchtigkeit lag dort bei 87% wir schwitzten aus allen
Knopflöchern. Wir haben es gerade mit qualmenden Füßen
ins rettende Wasser geschafft. Die Wassertemperatur
ging gleich von 26 auf 27 Grad C hoch (kleiner Scherz) Aber sie
war tatsächlich 27 Grad C.
Im Meer nehme ich immer meine Nudel mit (schon aus Sicherheitsgründen). Mit dieser Nudel kann man wirklich faulenzen. Man lässt sich mit den Wellen hin- und hertragen.

Die zweite Woche war viel angenehmer – es wehte ein leichter Wind. Abends um 24 Uhr waren es immer noch 24 Grad C.
Ich habe sogar eine Pina Colada getrunken, aber ohne Alkohol. Dieses Getränk besteht aus Ananassaft, Kokosmilch, Kokosflocken und mit aufgeschlagener Sahne. Wir saßen am Meer und beobachteten die untergehende Sonne und überall hörten wir Musik. Meine zu Bett geh Zeit habe ich des Öfteren überschritten.

Mittwoch, 1. September 2010

Marktplatz der Träume!

von Gunda Breul
Es war ein wunder schöner sonniger Samstag! Und dann kam ich an, die beliebte Gundi Beulchen. Und habe meinen Stand mit vielen schönen Sachen auf gebaut. Nachdem ich fertig war habe ich viel gehabt!
Wie zum Beispiel eine aufblasbare Weltraumzeit, aber es gab auch bei mir die Teezeit, aber auch die Schlafenszeit, und dann die Tanzzeit.
Aber ich Gundi habe auch aufblasbare Menschen verkauft. Und auch wunderbare Luft zum Trinken!
Aber was ich Gundi auch noch viel verkauft habe, das war heiße Luft und viel Sonne. Aber hauptsächlich Nagelbetten. Aber wie durch ein Wunder, ich Gundi bin wirklich alles losgeworden, und habe in Groben und Ganzen 120 Euro für alles bekommen!
Eure Schriftstellerin, und Autorin Gundi Beulchen.

Zeit kaufen

von Nora Poppensieker
Auf dem Markt der Träume kann man all seine Träume kaufen. Beziehungsweise jenes, was diese Träume erfüllt. Weiß denn jeder, was seine Träume sind? Falls jemand das nicht weiß, kann sich derjenige die Antwort dazu kaufen. Ich gehöre zu den glücklichen Menschen, die ihre Träume oder Wünsche kennen. Was man sich wünschen könnte, habe ich eigentlich alles schon: Ich habe die Liebe, eine perfekt-tolle Arbeit, ein gutes Verhältnis zu meiner Familie und eine mich liebende Oma Gerdy.
Ich möchte mir aber gerne Zeit kaufen!

Kann mir jemand bitte etwas Zeit verkaufen? Viel Zeit bitte, denn selbst ein 80-Stunden-Tag wäre mir noch zu kurz. Also: Ein Kilo Zeit bitte, mindestens!

Die Stadt Hamburg

von Gunda Breul
Ich Gundi finde an Hamburg sehr toll, wenn man mit dem ICE-Zug überall hin fahren kann. Und ich weiß auch, dass Hamburg eine Elbe hat, und die ist wunderschön. Doch ich habe viele andere Termine, wo ich hin muss. Zum Beispiel heute muss ich zum Treffpunkt U-Bahn Feldstraße. Ich treffe mich mit den anderen um 17 Uhr vor dem Domeingang.

Ich Gundi kenne Hamburg sehr gut, wie meine Westentasche.
Oder was ich am Schulterbaltt Scheiße finde, das sind, auf gut Deutsch, wie man sagt: die Besoffenen, die vor der Haspa sitzen, auf den kalten Steinen, und nach Geld betteln.
Aber was ich gut am Schulterblatt finde: dass manche Geschäfte rolligerecht und auch barrierefrei sind.
Aber was ich zu bemängeln habe, das ist die Post in der Susannenstraße, da sind nämlich viele Treppen, doch Rollis können da nicht rein. Danke! Es ist so fies, wenn sie rein müssen.

Eure! Schriftstellerin und Autori der Welt,
Gundi Breul

Was kann ich auf dem Marktplatz der Träume alles kaufen?

von Marco Nast

Ich würde mir ganz viel Glück, Gesundheit und Therapiefreiheit kaufen. Des weiteren würde ich mir gerne viele Lebensmittel und ein paar neue Freunde kaufen, denn ich hoffe dass ich vielleicht mal etwas mehr Zeit für mich erhalte. Damit meine ich echte Freizeit und keine therapeutischen Anwendungen. Ich gebe ja zu, dass ich gerne laut Musik höre und gerne Spiele spiele, bei denen auch leicht gewinnen kann, um mein Selbstwertgefühl etwas auf zu päppeln, aber damit meine ich auch ganz andere Spiele als zum Beispiel Mensch-ärgere- Dich nicht. Ich gebe ja zu , dass ich nach diesem Spiel irgendwie süchtig bin, aber das liegt bestimmt an der Tatsache, dass ich irgendwie in diesem Spiel oft sehr leicht gewonnen habe und zwar so oft, dass ich meine Umwelt schon so leicht verärgert habe, dass ich schon ein schlechtes Gewissen bekommen habe. Ich sage meinen Verlierern dann gerne meinen obligatorischen Spruch: „Pech im Leben- Glück im Spiel“ und irgenwie trifft dieser Spruch bei mir auch immer bei zu.

Die Hochzeit

von Lina Strothmann
Sandra lag glücklich in ihrem Bett und dachte über ihre bevorstehende Hochzeit nach.
Alles, alles war schon vorbereitet:
Sie hatte schon der Kirche Bescheid gesagt und die Gäste waren natürlich auch alle schon eingeladen. Es würden bestimmt so um die 30 – 40 Leute sein.
Dann hatte Sandra auch noch einen großen, schönen Garten für die Feier gemietet. Das Essen war natürlich auch schon geplant.
Und auch der beste Frisör Hamburgs war bestellt, sowie eine wunderschöne Kutsche. Sandra hatte sich auch ein wunderschönes Hochzeitskleid ganz in Weiß gekauft.
Insgesamt würde diese Hochzeit so um die fünfzigtausend Euro kosten – aber ... man heiratet ja nur einmal im Leben.

Alles war perfekt! Die Hochzeit konnte am 30.Juli 2010 beginnen.
Sandra war ja so glücklich!
OK ... eine Sache fehlte vielleicht noch – aber das war nur eine Kleinigkeit ... nicht weiter erwähnenswert:
Es war ja nur noch der passende Bräutigam, der fehlte.
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Die Last des Lebens und wie man sie auf ungemein kluge Weise bewältigt und leichter macht. Zweiter Teil.

von Marco Nast

Ich denke, die Last des Lebens ist auf vielseitige Weise zu bewältigen, aber auf welche genau ist mir noch nicht bekannt.
Ein Jeder trägt ja auf seine Weise eine Last mit sich herum. Ich selbst trage eine schwere Last mit mir herum, die durch meinen Unfall verursacht wurde.
Als erstes wäre es für mich persönlich angebracht, etwas mehr Freiheit genießen zu können, als ich bisher hatte. Damit meine ich, etwas weniger Therapien zu haben, aber ich weiß leider noch nicht wie ich das anstellen soll.
Das Problem ist ja, dass die so genannten Therapeuten auf meine finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Sonst hätten sie ja vielleicht einen ganz anderen Beruf gewählt und wären vielleicht Rennfahrer oder Drogendealer oder Pastor geworden. Es ist bestimmt auch für sie nicht leicht die Last des Lebens zu bewältigen, wenn sie noch gar keine Ahnung haben, wie man dabei vorgehen kann, ohne zu einem sozialen Problemfall zu werden.
Mir ist leider nicht bekannt, wie man die Last des Lebens bewältigt. Denn man ist sich auch heute immer noch nicht im klaren, ob es auch tatsächlich ein Leben vor den Tode gibt.
Es gibt da immer sehr viele unterschiedliche Ansichten. Ich glaube auch, dass die so genannten Zeugen Jehovas eine ganz andere Meinung dazu haben, als die Christen oder die Atheisten, wie ich einer bin.

Still!

von Nora Poppensieker

Hör auf zu schnacken,
sonst werde ich Dich am Nacken
schnappen
und einpacken!
Ich leg in Etappen
einen Zacken
zu,
ess` noch `nen Happen,
lass' es dann sacken.
Und werd' Dich mit all Deinen Macken
packen.
Und Du?
Kannst ruhig einschnappen!

Hamburg

von Johannes Plomitzer
Hamburg – das ist ’ne große Stadt. Mit vielen Kneipen und vielen Bars. Hier gibt es eine Menge Leute, die ganz verschieden sind.
Hamburg ist die Stadt der Musik, die Stadt des Hiphop, des Rap. Hier kann man die neuesten Platten und CDs kaufen. Und zu Konzerten gehen. Ich war mal bei Lotto King Karl in der ColorLine-Arena.

Meine Arbeit

von Arne Hausschild

Ich arbeite in der Werkstatt Friesenweg. Da montiere ich Verpackungen, zähle Bierdeckel und mache Kabelverschraubungen.
Ich finde den Job Scheiße. Ich möchte am liebsten als Telefonist arbeiten, weil ich dann meine drei Sprachen verwenden kann.
Ich spreche Englisch, Ungarisch und Deutsch. Ich habe 8 Jahre in Ungarn gelebt, bis ich 18 war.

Es kotzt mich an, dass man uns als Behinderte so hinstellt, als könnten wir gar nix. Was ich da in der Werkstatt tue ist schwachsinnig. Ich steh jeden Morgen um halb 8 auf und ich finde, Aufstehen für diese Arbeit ist sinnlos. Das habe ich auch schon vielen Leuten gesagt, die für meine Arbeit zuständig sind. Und sie haben gesagt:
„Ich versuche, für dich einen geeigneten Arbeitsplatz zu finden.“

Ich nenne die Werksatt nur Klappse.
Wenn ich in der Klappse – also in der Werkstatt – bin, ist es so unerträglich, dass ich öfters gezwungen bin, mit meinen Kollegen über die Chefin zu lästern. Weil sie so unerträglich laut ist, dass ich denke: Leck mich am Arsch! Jeden Tag, denke ich das, wenn ich da rein und raus gehe.
Wenn ich arbeite, macht sie zusätzlichen Stress.

„Schneller! Schneller!“, sagte sie immer.

Eigentlich sollte man in einer Werkstatt oder Klapps eauf die Individualität der eingeschränkten Menschen eingehen. Das tut sie aber nicht.

Also, zusammengefasst: Meine Arbeit ist stumpfsinnig und ich soll sie auch noch zu schnell tun.
Das Problem ist: überall sind Maschinen und an die Maschinen dürfen keine Rollifahrer. Höchstens mal, um was entgegenzunehmen, wie z. B. Bierdeckel oder verschweißte Bücher. Die kontrolliere ich, ob Löcher in der Folie sind. Die Arbeit an den Maschinen würde mich mehr interessieren, weil ich an Technik interessiert bin.

Die Sozialpädagogin hat mir gesagt, dass sie sich etwas überlegt.
Aber bis wann?
Bis ich grau werde oder wie lange?
Mein nächstes Vorhaben ist: entweder ihr ändert was oder ich kündige.