27. Oktober 2009

Sollte ich Ihnen ein Schlafmittel verschreiben?

von Nora Poppensieker

Das fragt mich der Doktor, nachdem ich ihm von meinen vergangenen Schlafschwierigkeiten erzählt hatte. „Das ist sehr aufmerksam von Ihnen“, denke ich, „doch mein Problem liegt weniger darin, nicht schlafen zu können, als darin, keine Zeit zu haben. Selbst ein 98-Stunden-Tag wäre noch zu kurz für mich. Also: Bitte verschreiben Sie mir ausreichend Zeit! Insbesondere in den Arbeitspausen in der Elbe muss ich realisieren, kaum Zeit zu haben.
So sollte ich beispielsweise an einem Tag in der letzten Woche nach der Arbeit pünktlich um ein Uhr (zur Zeit des „normalen Arbeitsbeginns nach der Mittagspause“) vor der Elbe stehen, um zur Reittherapie gefahren zu werden. Ich ging fünf Minuten eher mit einer Kollegin, die mir mein Tablett trägt, in den Speisesaal. Wenig später setzte sich noch ein Kollege zu uns. Als ich gerade erst ein Viertel meines Mttagessens gegessen hatte, wurde meine Kollegin bereits fertig. Der Kollege folgte ihr nur ein wenig später. Dazu muss wohl noch erwähnt werden, dass wir alle drei dasselbe Gericht der drei Auswahlmöglichkeiten wählten.
Nur schaffte ich in der halben Stunde (plus die fünf Minuten, die ich früher in den Speisesaal ging) gerade Mal ein gutes halbes Gericht! (Ich will nicht viel später als ein Uhr vor der Elbe stehen, da ich weiß, dass meine Eltern viel Geld für diese Therapie bezahlen. So ließ ich die knappe Hälfte des Gerichtes in den Abfall verschwinden, leider.)

Könnten Sie mir also bitte etwas mehr Zeit verschreiben? Ach, Ihnen reichen diese Ausführungen noch nicht? Na, dann möchte ich noch die Tatsache erwähnen, dass ich für den Weg von der Elbe zum Bus sage und schreibe 20 Minuten(!) benötigte, für die mein Freund gerade mal 5 Minuten veranschlagt. Und, reicht Ihnen das, um zu verstehen, dass ich eher mehr Zeit bräuchte? (Denn wenn ich die hätte, würde ich durchaus auch schlafen können.)“
Aber diese Gedanken behalte ich lieber nur für mich. Stattdessen sage ich, ich hätte einen zu großen Respekt vor Schlafmitteln und meine Anti-Spasmus-Tabletten fungierten schon ausreichend genug als Schlafmittel.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

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