Donnerstag, 15. Mai 2014

Die vier Elemente

Von Heinz Thomsen
 

Der verliebte Zombie

Von Sarah Gorski
Es gab mal ein Zombie, der war sehr verliebt. Er dachte an eine Menschen-Frau, die er mal auf der Straße gesehen hatte und die er am liebsten sofort angesprungen wäre. Der Zombie überlegte sich, wie er die Frau ansprechen sollte, ohne dass sie bei seinem Anblick die Flucht ergreift. Er warf sich einen Umhang über und versuchte sein Gesicht zu verbergen. Er ging auf die Frau zu und knurrte ganz leise. Die Frau drehte sich um und fing an zu schreien. Der Zombie erschrak ebenfalls und kippte vor Schreck um. Der Zombie fragte sich in Gedanken (wieso rennen immer alle Frauen mit denen ich reden will, vor mir weg?). In einer Ecke stand noch eine Frau, aber sie hatte keine Angst vor ihm, der Zombie. Der Zombie sah in die Augen der Frau und merkte, dass sie blind war.

Was ich an mir mag bzw. nicht mag

Von Sarah Gorski
Was ich an mir nicht mag: Dass ich ein Mädchen bin.
Was ich an mir mag: Dass ich soviel Fantasie habe.
Was ich an mir nicht mag: Meinen Körper, ein paar Rollen weniger wären gut.
Was ich an mir mag: Meine kurzen Haare und dass ich nicht so tussig rumlaufe.

Warum wäre ich gerne ein Junge:
Weil Jungs nicht so zickig sind.
Weil Jungs nie die Periode kriegen.
Weil Jungs immer coole Sachen tragen können.
Weil Jungs sich um Mädchen prügeln können und auch mal einstecken müssen und dabei nicht weinen dürfen. Weil es sich als starker Junge nicht geziemt.
Weil Jungs immer den Coolen raushängen lassen.
Weil Jungs sich auch mal schmutzig machen dürfen, was Mädchen nicht machen sollen, wegen ihrer Kleider.

Mittwoch, 14. Mai 2014

Was mag ich an mir? Was nicht?

Von Nora Poppensieker
Was mag ich an mir nicht? Vor allem meine „Ausfälle“, die ich seit meinem Unfall habe, meine „Nackenhaarspastiken“ sind furchtbar! Es stört mich, dass ich immer „ausflippe“, zu hart im Ton und oft auch zu laut bin. Und es stört mich ungemein, dass ich immer für alles so ewig viel Zeit benötige! Ich würde gern mehr Zeit im Freistil verbringen können. Doch leider schaffe ich das weder mit meiner Ausdauer, noch mit meiner „Freizeit“ in Verbindung mit der Therapie-Zeit. Es stört mich, dass ich immer ins Wort der anderen falle. Ich könnte ja vergessen, was ich sagen wollte, wenn ich`s nicht sofort erzählte!

Aber es gibt doch auch Dinge an mir, die ich mag, oder? Mehr noch, als „nur“ meinen Freund?!
Doch, ich mag meine Einstellung: Ich sehe in jeder noch so schlimmen Situation immer etwas Positives. Ich kann allen Momenten etwas Positives abgewinnen. Auch dies ist wegen des Unfalls. Dank des Unfalls habe ich gelernt, dass das Leben lebenswert ist. Dass es sich lohnt, zu leben.
Und ich glaube, mein Süßer hat auch eine kleine Mitbestimmung hier. Auch er ist der Grund, warum ich weiß, dass es sich lohnt, zu leben. Und das nicht, um ihn als Grund zu nennen, wieso das Leben lebenswert ist, sondern da er es mir tagtäglich zeigt, wie wichtig es ist, zu leben, und wie schön das Leben sein kann!

Der verregnete Hafengeburtstag

Von Gunda Breul
Ich, Gundi, war am 10.05.14 mit einer Begleitung beim tollen verregneten Hafengeburtstag. Da habe ich, Gundi, einen Bundeswehrhubschrauber gesehen, der gerade eine Übung gemacht und eine Frau aus der kalten Elbe gerettet hat. Und dann habe ich ein Würstchen mit einem Brötchen und Ketschup gegessen.

Was ich an mir mag und was nicht

Von Gunda Breul
Was bei mir schlecht ist:
Ab und zu finde ich, Gundi, meine Sprache nach einem Anfall echt scheiße. Ich finde es echt doof, dass ich, Gundi, behindert bin… weil ich mit zu wenig Sauerstoff zur Welt gekommen bin.
Ich, Gundi, finde es echt sehr doof das ich einen Helm tragen muss, aber das ist eben aus Sicherheitsgründen, falls ich, Gundi, auf meinem Kopf falle, damit ich mir keine Platzwunde zu ziehen kann.

Was ich, Gundi, an mir echt sehr cool finde:
Ich, Gundi, finde meine Hilfsbereitschaft sehr cool. Hurra…! Da sieht man mal wie ich, Gundi, sehr hilfsbereit bei den Rollstuhlfahrern bin, wenn ich heute Johannes im Schiebe-Rolli in sein Zimmer geschoben habe, nach dem er nach Hause gekommen ist.

Was finde ich toll an mir?

Von Marco Nast
Ich finde es toll an mir, dass ich mir langsam immer mehr Sachen merken kann, obwohl ich gar kein Tagebuch führe und nur vorgebe eines zu führen. Es ist zwar mein persönlicher Wunsch dies endlich in die Tat umzusetzen, habe es aber leider immer vor mir her geschoben. Durch meinen Unfall habe ich einige Macken und dennoch mag ich mich ein wenig. Ich bin bestimmt ein umgänglicher Mensch. Ich finde es auch klasse, dass meine Eltern immer soviel Geduld mit mir haben und mich mit meinen Macken und meinen ständigen Wiederholungen dennoch zu schätzen wissen. Ich habe immer noch den Wunsch, mich in einen glücklichen und gesunden Menschen zu verwandeln. Was ich klasse finde, ist die Tatsche, dass ich mich irgendwie recht gesund fühle, denn die Gesundheit ist als solches ein ganz großes Geschenk.
Wenn ich bedenke was es alles für Katastrophen in der Welt gibt, bin ich sehr froh davon nur in den Nachrichten zu erfahren. Es ist schon eine tolle Sache, dass wir Menschen hier in Deutschland so wenig von den Problemen in der Welt mitbekommen, da können wir schon von ganz viel Glück reden.

Was mache ich, wenn ich im Lotto über 2 Millionen Euro gewinne?

Von Marco Nast
Was mache ich, wenn ich im Lotto über 2 Millionen Euro gewinne?
Ich denke, in diesem Fall würde ich ganz kurzfristig einen Traumurlaub buchen und meine nervigen Therapien absagen.
Ich glaube, dass das zwar ganz viel Geld ist, aber Geld als solches macht leider gar nicht glücklich, das weiß ich aus zuverlässiger Quelle. Ich würde auch darüber nachdenken, ob ich das Geld vielleicht irgendeiner sozialen Einrichtung spenden könnte. Die meisten Menschen können mit so viel Geld gar nichts anfangen. Dieser große Betrag könnte doch so einiges in einem Leben verändern. wohl dem ich doch recht glücklich bin. Denn ich habe ein recht nettes zu Hause und sehr angenehme Eltern, die mich mit meinen ständigen Macken zwar recht nervig finden, aber mich dennoch mögen und als jüngstes Mitglied unserer Familie zu schätzen wissen.

Dienstag, 13. Mai 2014

10 Minuten Schreibtraining

Von Johannes Plomitzer
Ich hab Ängste! Ich habe Angst, irgendwann nicht mehr sehen und hören zu können. Ich kann mir in letzter Zeit wenig merken und das regt mich auf. Wann werde ich mich endlich wieder normal unterhalten können, so wie früher? Ich habe auch Angst vor dem Einschlafen und glaube, dass ich im Pflegeheim aufwache. Wenn ich das mit dem Pflegeheim träume, dann kann ich aus diesem Traum nicht mehr heraus finden. Und meine Familie ist im Unglück. Die ganzen Alpträume haben hauptsächlich mit Pflege zu tun.
Manchmal gibt es Tage, da fühle ich mich echt beschissen, da klappt einfach gar nichts. Ich will noch an mir arbeiten, dass alles gleich beim ersten Mal klappt und die Betreuer mich nicht so oft erinnern müssen.
Ich komme zur Zeit sehr wenig zur Ruhe. Schaffe es nicht, einzuschlafen. Manchmal träume ich, ich bin im Wald, liege da und kann meine Beine anders bewegen. Stehe auf und laufe einfach so. Und laufe, laufe, laufe...so wie Forrest Gump.

Mein Krankenhausaufenhalt

Von Gunda Breul
Ich, Gunda Breul, habe bei meiner Hausärztin einen Einweisungsschein abgeholt und bin am 3.4. mit dem Taxi ins Krankenhaus in Barmbek gefahren. Dann bin ich, Gunda, von der Anmeldung zur Station IMCB12 gegangen und dort bis zum 11.4. zur Beobachtung geblieben. Da waren zwei schnuckelige Krankenpfleger, die sehr hübsch aussahen. Der eine hieß Sascha, hatte sehr süße, niedliche Sommersprossen und war ca 1,78m groß. Olli war ca 1,60m groß. Das Essen war echt super und hat sehr lecker geschmeckt. Die Ärzte/Ärztinnen, Pfleger und Schwestern waren sehr nett und lustig. Aber das, was ich am coolsten fand, war der Hängefernseher und das ich nette Bettnachbarn hatte. Die Woche war sehr gut und nicht langweilig, aber das Wochenende war sehr langweilig, weil morgens keine Visite stattfand und niemand da war, den man anbaggern konnte oder mit dem man schäkern konnte. Sascha und Olli haben immer nur gelacht, als ich ihnen gesagt habe, dass sie echt sehr süß seien und gut aussehen.
Eure Autorin Gunda Breul von der Schreibwerkstatt.
PS: Ihr wart sehr nett und empfehlenswert. Danke für alles.