Montag, 7. Dezember 2009

Zwei Hochzeitsfiguren

von Nora Poppensieker

Eva und Merlin stehen ganz unglücklich auf einer Hochzeitstorte, wofür sie auch auf dieser Welt sind. Eva und Merlin sind nämlich die Hochzeitsfiguren, die immer auf Hochzeitstorten zu stehen haben. „Oh, die Glücklichen!“, denken nun sicher andere, die von ihrem Schicksal hören. Aber glücklich können sie sich deswegen nun wirklich nicht schätzen.

Gut, sie sind zwar life dabei, wenn andere den feiern, wie es ja oft so dahergesagt wird und bekommen (meist) noch nicht einmal deren Streitereien mit, aber ob es die beiden deswegen glücklich macht? Ganz ehrlich gesagt wollen Eva und Merlin gar nicht mehr auf Hochzeitstorten stehen, nur um hinterher im Müll zu landen.

Weiterhin wissen sie, dass die meisten der beiden Gastgeber diesen Tag später über alle Maßen verfluchen. Wozu heiratet man heutzutage denn überhaupt noch? Eine Hochzeit bedeutet doch unter anderem die finanzielle Abhängigkeit von dem Partner. Und will man das? Eine Hochzeit bewahrt einen ja (leider) nicht vorm Hintergangenwerden. Ehebrüche sind ja schon fast alltäglich. Und fremdgehen tun die Partner so oder so. Eva und Merlin wollen also später nicht heiraten, obwohl sie sich doch lieben und den Rest ihres Lebens miteinander verbringen wollen.

Aber doch, einen positiven Aspekt gibt es an einer Ehe doch noch: Es ist auch ein finanzieller. Durch eine Ehe ist man nach dem Ableben des Partners finanziell gesichert. Vielleicht sollten Eva und Merlin ja doch heiraten?

Beide sind sich noch unsicher. Aber da die beiden Plastikfiguren sind, müssen sie sich einem solchen gar nicht stellen. Aber das ist auch gut so, denn dann kämen Eva und Merlin nie in die Bredouille, eine Hochzeitstorte mit zwei anderen Hochzeitsfiguren, so wie sie beide, anzubieten. Das wollen sie nämlich niemandem antun!


17.12.

Ich? Politiker? – Nein, danke

von Nora Poppensieker

Gundi kann also nicht in die Politik gehen? – Dieser Erkenntnis kann ich mich wohl nur anschließen, ich kann auch nicht politisch aktiv werden. Und mein Mangel an Zeit ist hierfür leider nicht nur der einzige Grund dieser Erkenntnis.

Auf eine Frage wie diese: „Möchten Sie nicht gern einmal Politiker sein?“ könnte ich nur antworten mit: „Diese Frage ist falsch gestellt. Ich KÖNNTE gar kein Politiker sein. Es spräche zu viel dagegen. Beispielsweise das Engagement. Ein ehemaliger Stufenkamerad, ein Freund von mir, M., ist ein Mitarbeiter des Bundes. (MdB). Da ich früher mit ihm im Schulsprecherteam war, weiß ich von seiner unerschütterlichen Fähigkeit, sich für Veränderungen einzusetzen. Ich hätte gar nicht die Möglichkeiten mehr, meine Wünsche versuchen, zur Realität werden zu lassen, bzw. mich dafür einzusetzen, dass sie es (nahezu) werden.

Klar hätte ich viele Ideen, die ich gern in die Tat umsetzen würde. Aber weiterhin fände ich es zu frustrierend, zu sehen, dass es beispielsweise keine Möglichkeit gibt, die Atomkraftenergie in alternative Möglichkeiten umzusetzen. Der Job eines Politikers wäre viel zu frustrierend für mich. Es ist für mich bewundernswert, wie mein Freund M. mit der Ablehnung seiner Ideen, die er ja sicher bekommt, leben kann. Mein Respekt, M.!“

„Und bekämen Sie nicht gern so viel Geld, wie es Politiker tun?“
„Auch das ist eine berechtigte Frage. Geld an sich lehne ich nicht ab, sondern diese Möglichkeit, durch politisches Engagement viel Geld zu erlangen. Ich glaube einfach nicht, dass Politiker das tun. M. wohnt beispielsweise bescheiden in einer Mietswohnung in Heimfeld. Dass er also zu viel Geld verdient, bezweifle ich dementsprechend. Und falls er es doch tun sollte, muss ich sagen:

Ich bin mir nämlich sicher, dass sein Einsatz ohne Ende groß ist. Ich kann nur sagen:

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Der perfekte Tag für mich:

von Marco Nast
Ich stelle mir unter einem perfekten Tag einen Tag vor, an dem ich lange schlafen kann und keine therapeutischen Anwendungen habe. Sicher sind meine Anwendungen von großer Bedeutung für mich, denn ohne diese wäre ich noch nicht soweit wie ich jetzt bin und dafür möchte ich meinen Therapeuten auch danken.

Wie soll ich mich denn richtig rehabilitieren, wenn ich gar keine Freizeit mehr habe.
Aber so ist es ja gar nicht, denn wenn ich es mir richtig überlege, gibt es für mich doch genügend Freizeit. Ich sollte doch nicht alles nur als Arbeit sehen, denn dann wäre die Schreibwerkstatt und auch meine Fahrschule eine Therapie, und das ist es bestimmt nicht, denn dort habe ich Erfolgsmomente und viel Spaß. Mein Unfall passierte auf dem Wege zur Arbeit, daher bekomme ich von der Berufsgenossenschaft nach so langer Zeit immer noch Unterstützung und darüber könnte ich glücklich sein.

Es gibt natürlich Zeiten, wo ich traurig bin, dass ich keine freundschaftlichen Beziehungen aufbauen kann, die mich hin und wieder besuchen kommen könnten. Es heißt immer Geduld haben und abwarten. Es gibt schon Brieffreunde, die mich nicht vergessen haben und die mich immer wieder aufbauen.

Was ist das besondere an der Schreibwerkstatt Tolle-Worte?

von Marco Nast

Das besondere an der Schreibwerkstatt TOLLE-WORTE ist, dass sich hier viele Menschen versammeln, die wie ich auch harte Schicksale zu tragen haben. Es ist schon sehr schade, dass durch Unfälle Menschen einfach aus dem Leben gerissen werden und sie dann lange Zeiten brauchen um sich wieder zu rehabilitieren. Dort habe ich das Gefühl ernst genommen zu werden. Wir bekommen dort Themen, über die wir schreiben können oder wir haben auch die Möglichkeit uns unsere eigenen Probleme von der Seele zu schreiben. Es ist eine Art Ventil, das man einfach benutzen kann. Sylvia und Frank geben uns sehr viel Rückhalt und Ideen, die wir nutzen können.
Wir haben auch die Möglichkeit erhalten unsere Texte in der Öffentlichkeit mit Erfolg vortragen zu können. Die Schreibwerkstatt gibt uns auch die Möglichkeit kleine Ausflüge zu machen, z. B. in den Kletterpark in Bispingen, wir waren auch schon am Elbufer und im Beach- Club. Ich nehme auch an, dass wir wieder eine Weihnachtsfeier haben werden. Die beiden sorgen auch dafür, dass es immer Kleinigkeiten zu Naschen und zu Trinken gibt.
Wir haben viel Spaß und können dort lachen und unsere Sorgen vergessen. Durch die Texte, die im Internet erscheinen, haben sich bei mir auch einige nette Menschen gemeldet. Ich bin froh, dass es die Schreibwerkstatt gibt.