28. Februar 2017

Kein Bock auf Schreiben...

von Sarah Gorski

1. Mein Kopf ist leer
2. Ich habe keine Idee mehr
3. Meine Muse hat mich verlassen
4. Das Leben ist beschissen
5. Langeweile breitet sich aus
6. Ich will nur noch nach Haus
7. Endlich die Augen zu
8. Und dann habe ich meine Ruh
9. Trinke noch einen Tee
10. Und dann ist alles OK

Ohne Titel

von Nora 


„Warum immer ich?!“, fragt sich Henrike, nachdem sie sich völlig entkräftet auf der abgewetzten Matratze niedergelassen hat. Sie und Benjamin hatten schon so schöne Zukunftspläne geschmiedet. Oder war es nur sie gewesen, nur Henrike, die von einer gemeinsamen Zukunft mit Benjamin träumte? Es war zumindest ein schöner Traum gewesen: Henrike gemeinsam mit Benjamin, Arm in Arm und schwer verliebt. Immer wieder sprachen sie davon. Oder war es nur Henrike gewesen, die davon träumte und auch davon sprach?!

Und nun ist alles vorbei – all diese Träume sind ausgeträumt, wie von einer Tafel mit Wasser abgewischt. 
Bedeutete das alles Benjamin nichts? Warum verspielt er seine Möglichkeiten so unüberlegt? Henrike würde am liebsten mit ihren Armen auf die Matratze trommeln, doch sie scheinen wie gelähmt zu sein, mag sich nicht rühren. Mit den Gedanken ganz nah bei Benjamin schluchzt sie lautlos: „Am liebsten wäre ich jetzt tot. Dir täte dann alles Leid, Benjamin – Dann würdest Du bestimmt dieser Blonden sagen, Du wolltest sie nicht mehr sehen. Und ihr insbesondere nicht mehr so nahe kommen, nicht mehr so nahe sein.“ Laut schluchzt sie und wischt ihre Tränen in das nicht vorhandene Kissen.Und dabei zog sie sich heute extra die kratzende Perlon-Strumpfhose an, die Benjamin so an ihr mag. Sie zwängte sich in dieses Kleid, das ihren schlanken Körper so positiv betont und das ihr viel zu farblos ist. Das alles für Benjamin. Und nun? Nun ist alles hin! Ihre Liebe zu Benjamin hat ihm anscheinend nichts bedeutet. Benjamin hatte diese Blonde im Arm und schien so glücklich mit ihr. War er das denn auch mit ihr gewesen, so glücklich mit Henrike, wie er es mit der Blonden wirkte?Henrike überlegt: Obwohl Benjamin sie wohl gar nicht so mag, hatte er ihr dennoch eine schöne Zeit beschert. Sie hatten sehr viel lachen können und auch immer schöne Dinge zusammen unternommen: Sie waren jede Woche zusammen tanzen gewesen. 
Dabei kam Henrike immer gut bei den anderen Gästen an. Henrike fühlte sich immer gut, wenn sie mit Benjamin zusammen war. Aber das kann sie sich ja jetzt auch noch! Stimmt, nur weil Benjamin nicht mehr nur Henrike im Kopf hat, heißt das ja nicht, dass Henrike nun nicht mehr lachen kann und darf! „Auf auf, Henrike!“, will sie sich aufmuntern. Mal sehen, ob Henrike nun weiter machen kann, als sei Benjamin ihr nie fremd gewesen.




Tod am Nachmittag

von Heinz Thomsen


Ich glaube die Frau ist tot. Sie hat sich selbst getötet. Mit Tabletten. Weil sie unglücklich war. Sehr unglücklich. Sie hat Streit gehabt. Mit ihrem Mann. Er hatte sie verlassen. Wegen einer anderen Frau. Dabei war Carol – so nenne ich sie – noch sehr jung gewesen. Gerade mal dreißig. Und hübsch war sie auch. Braune Haare, schlank. Trotzdem hat ihr Mann sich in eine andere verliebt. Carol hat viele starke Schmerzmittel genommen. Daran ist sie gestorben.

31. Januar 2017

Weihnachten 2016

von Heinz Thomsen


Ich habe Weihnachten mit meiner Mama gefeiert. Mein Papa war auch dabei. Meine Eltern wohnen in Hamburg in einem Haus. Meine Mama hat mir Unterhemden in vielen Farben geschenkt: in weiß, in blau, in grün, in braun und in schwarz. Aber das beste Geschenk war die lilafarbene Mütze. Zum Glück ist es jetzt so kalt geworden, dass ich sie tragen kann. Leider liegt jetzt Schnee. Ich mag keinen Schnee. Nach der Feier bin ich abends wieder in die Wohngemeinschaft gefahren, ganz alleine mit dem Fahrrad im Dunkeln. Aber mein Fahrrad hat Licht und ich habe keine Angst.

17. Januar 2017

Höheres Sicherheitsgefühl= höhere Sicherheit?

Von Nora 

„Schrecklich, was da schon wieder passiert ist“, beschwert sich Henrike bei Moritz. Es wurde versucht, einen Obdachlosen anzuzünden. „Ich bin der Meinung, wir bräuchten hier eine höhere Kontrolle, mehr Kameras. Dann könnte man jedes Verbrechen aufklären und vielleicht sogar verhindern.“
„Dann unterstellst Du also jedem zunächst böse Absichten!“, erwidert Moritz darauf. „Glaubst Du wirklich, dass jeder Mensch überwacht werden sollte? Und wahrscheinlich hast Du auch keine Einwände gegen Telefonüberwachungen?!“ „Wieso, hast Du etwas zu verheimlichen, so dass Deine Gespräche nicht mitgehört werden dürfen?!“, fragt Henrike skeptisch. „Nein, zu verheimlichen hätte ich nichts, noch nicht einmal vor meiner Ehefrau“, gesteht Moritz. „Doch habe ich Privatsphäre, und die habe ich sogar vor Elvira.“
Genervt stemmt Henrike die Arme in die Seite. „Wenn jeder wüsste, dass sein Handeln überwacht wird, würde sich niemand trauen, etwas Illegales, ja, Gefährliches und Menschenverachtendes zu tun“, sagt sie.
„Nein, Henrike, wenn jeder Mensch gläsern ist, kann man ganz bestimmt nicht alles verhindern. Vielleicht kann man nach einem Verbrechen die Täter hinterher schneller finden und bestrafen, wenn man auf Videoaufzeichnungen sehen kann, wer wo was und wann genau tat. Doch wer sollte alle Telefongespräche abhören? Oder auch jede Videoaufzeichnung in Echtzeit begutachten?“ Hier unterbricht ihn Henrike: „Man muss doch nicht jede Minute abhören, Moritz, es gibt doch bestimmte Suchbegriffe, Schlagwörter, die aus Telefongesprächen herausgefiltert werden könnten.“ „Ach Henrike, das stellst Du Dir ja auch einfach vor. Wenn ich selbst etwas zu Verheimlichen hätte, fände ich bestimmt Wege, um mich am Telefon deutlich mit meinem Gegenüber, der in meine illegalen Tätigkeiten eingeweiht ist, zu verständigen. Und sei dies zunächst einmal mit zwei pro Telefonat wechselnden Prepaid-Anbietern mit jedes Mal wechselnden Synonymen für bestimmte Schlagworte, die abgefangen werden könnten. Die nötigen SIM-Karten und auch die entscheidenden Begriffe, die ich verschlüsseln möchte, würde ich im normalen Brief schicken. Glaub mir, Henrike, ich könnte gut Gefährliches verheimlichen, da ich ja davon ausginge, dass mein Gespräch mitgehört würde.“
„Aber Moritz, sogenannte würden stärker abgehört werden, als jeder . Und da ich nichts zu verheimlichen habe, habe ich natürlich auch nichts zu verbergen, was niemand wissen darf.“
„Ach so, man sollte also die Gefährder strenger überwachen?! Dann erzähle mir doch mal, wieso dieser Amri –oder so-, der, der das Attentat mit dem Bus in Berlin begangen hat, nicht rechtzeitig gestoppt werden konnte, so dass die Tat verhindert wurde?! Und das, obwohl er als sogenannter bekannt gewesen ist?“

Weihnachten und Neujahr!

Von Johannes Plomitzer
 
Das Weihnachten war sehr schön. Wir waren alle beisammen, haben erzählt und viel gelacht. Zuerst haben mich meine Eltern in der Wohngruppe abgeholt und dann ging es ab zu meiner Schwester nach Barmbek. Meine Schwester hat extra Alu-Schienen für die Treppenstufen besorgt, aber leider war eine defekt und wir konnten sie nicht benutzen. Ich bin aber trotzdem gut in die Wohnung gekommen. Dann haben wir ordentlich Weihnachtsmusik angemacht und gefeiert. Wir waren richtig toll in der Kirche mit Stück aufführen und Weihnachtsliedern. Die Weihnachtsgeschichte wurde von Kindern und Erwachsenen aufgeführt. Das hat mir gut gefallen. Pastor Hanno habe ich sofort wieder erkannt, obwohl er graue Haare hatte. Hannah war mit, Jens war mit, Christan, Silke, Bruno und Benito waren mit. Brigitte und Reiner waren auch dabei. Meine Eltern und meine Schwester auch noch. Wir haben schöne Weihnachtslieder gesungen: Oh Tannenbaum, Oh du Fröhliche und Ihr Kinderlein kommet.
Wir haben an diesem Abend sehr lange zusammen gesessen, Musik gehört und erzählt. Und später kamen noch Manfred und Claudia dazu und haben Feuerzangenbowle mitgebracht. Wir waren bis 1:30 Uhr wach.

Am ersten Weihnachtsfeiertag sind wir mit dem Bus ins Restaurant gefahren, nach Winterhude. Das Restaurant hieß Henny’s. Dort habe ich ein gutes Steak gegessen, mit Backkartoffel und Speckbohnen. Hannah und Suzan war am nächsten Tag übel. Ein Magendarmvirus! Am 27.12. bin ich dann nach Cuxhaven gefahren um bis Neujahr dort zu bleiben.

Am Silvesterabend haben wir noch den Rest Kartoffelsalat gegessen und dazu gab es grobe und feine Bratwurst. Wir wollten noch einen Spaziergang am Abend machen, aber das Wetter war so schlecht dass es nicht ging. Wir haben die ZDF Kultnacht geschaut und waren bis 6:00 Uhr wach. Meine Mutter ist schon um 4:00 Uhr ins Bett gegangen. Meine Vater hat uns später Teewurstbrote geschmiert und gesagt: „Mein Junge jetzt ist es 6:00 Uhr, wir bleiben wach.“ Aber dann hat er mir meinen Schlafanzug angezogen und wir sind doch ins Bett.

Weihnachten und Silvester

Von Cornelia Meyer
 
Wie jedes Jahr waren Opa, Oma und meine Tante bei uns, und Opa ist sogar früher gekommen. Opa hatte sich gewünscht Lichter zu sehen, also ist meine Mutter mit ihm ins Alstertaler Einkaufszentrum (AEZ) gefahren. Er war begeistert.
Am 24. sind die anderen beiden Sensoren gekommen und schon ging das Reden los. Oma ist eine Nette, aber reden kann sie noch und nöcher. 

Ich habe den Tannenbaum mit meinen Eltern gekauft und mit meiner Mutter Rot-Weiss geschmückt.
Als Opa und meine Mutter aus dem AEZ wieder kamen, kam Opa auf mich zu mit einem Geschenk zu mir: "Für mich? Aber Opa, es ist doch erst Morgen Weihnachten". Opa hielt ein riesiges Weihnachtsmannwindlicht im Arm. "Ach, meen Deern…" Ich habe es gleich auf die Terasse gestellt.
 
Meine Mutter sagte zu Opa: Sag mal aus!"
Opa sagte: "Aus!" Die Lichter am Tannenbaum ging aus.
"An!", meinte Opa. Die Lichter am Tannenbaum gingen an.
"Aus!", "An!", "Aus!". 
Opa fing an zu lachen, als er die Fernbedienung in der Hand meiner Mutter sah.

Zum Essen gab es Russische Eier, dieses Jahr als Hauptgang.
Russische Eier: Gekochte Kartoffel, Sauce, wachsweiche Eier und Forellen Kaviar. 
Russische Eier gibt es immer Weihnachten.

Krankenhaus

Von Gunda Breul
Ich war einen Monat und fünf Tage im Krankenhaus in Eilbek, da wurde ich an meiner rechten Schulter operiert. Danach musste ich für 2-3 Nächte auf der Intensivstation bleiben, aber dann musste ich wieder auf die gegenüberlegende Station 7 B. Am nächsten Tag bin ich da hingekommen. Und dann habe ich morgens, mittags und abends Grießbrei gegessen. 
Eure Autorin Gunda Breul.

Mein Weihnachten und Silvester

Von Stefanie Thies

Ich habe mich vor Weihnachten mit meiner Schwester getroffen. Wir haben in Hamburg lecker gegessen und geklönt. Ich habe ein Geschenk von ihr bekommen: eine CD, ein Hörbuch. Das hat mir sehr gut gefallen.
Weihnachten habe ich zu Hause gefeiert. Wir haben Roast Beef gegessen. Danach haben wir fern gesehen.
An Silvester bin ich erst um 2 Uhr schlafen gegangen. Mein Bezugsbetreuer hat mitgefeiert. Unten im Hof habe ich Raketen gesehen.
Für das neue Jahr wünsche ich mir bald in einer eigenen Wohnung zu leben, mit eigenen Hilfestellern.

Weich Weihnacht

Von Jesus Alam

Weich Weihnacht.
Mama wacht.
Silke, die Hexe.
Mama, diese kleine Hexe, Frau A.

Ich bin Hundefeind.
Mama, Frau A., benötigt Pampers.
Und einen Schnuller und Schwimmflügel.
Urin.

Ich habe gute schlechte Zeiten.
Papa hat unter dem Talar eine schwarze Unterbüx.
Ich hab zwei DVDs von Jesus bekommen.
Da wurde er gekreuzigt.