Dienstag, 20. August 2019

Saschas Date mit Supergirl und Wonderwoman

von Melanie Lux

Sascha ist ein stiller und verträumter Student, der oft zurückgezogen in seiner Comictraumwelt lebt. An der Uni in Eppendorf studiert er Kunst. Aber in der Pause ist Sascha oft allein, denn die anderen Studenten können mit ihm nichts anfangen. Sascha hat eine Form von Autismus und eine Gehbehinderung und darum ist er an der Uni eher der Außenseiter, der Freak. Die Einzige, die ihn versteht, ist die Shira aus Israel. Shira kann aber nicht so gut deutsch, aber Sascha und Shira verstehen sich auch ohne viel Worte. Aber dazu später. Bevor Shira Versano neu an die Uni kam, war Sascha Hals über Kopf in die mollige Annabella verknallt. Er fand sie einfach süß, weil sie so viele Studenten zum Lachen brachte und er mag ihre selbstbewusste und freche Art. Und er liebte ihre roten Bäckchen, wenn sie lachte. Annabella war fast jeden Tag gut gelaunt und fröhlich. Sie war der absolute Männerschwarm. Sascha hatte sie schon oft wegen eines Dates gefragt. Aber jedes Mal hatte er bis jetzt eine Abfuhr kassiert. Und jedes Mal stand dieser doofe eingebildete Kevin an ihrer Seite oder ganz in der Nähe. Beide lachten sich dann kaputt, wenn Sascha Annabella nach einem Date fragte. Sascha hatte immer sehr darunter gelitten. Aber er verzieh Annabella dann in Gedanken immer wieder. Er redete sich ein, dass es nur an diesem Kevin lag und dass er Annabella manipulierte.


Auf dem ersten Blick wirkt Sascha vielleicht eher unscheinbar. Aber wenn er seine Comics zeichnet, ist er in seinem Element. Und er zeichnet sehr gut. Er hatte schon mehrere selbst gezeichnete Comichefte verkauft oder hatte seine Exemplare auf Comic-Ausstellungen ausgestellt. Aber in seinem Comic kam immer wieder die gleiche Hauptfigur vor, die so aussah wie Annabella. Für Sascha ist Annabella die Superheldin, die Sascha immer beschützte vor den Bösewichten, vor allem vor Kevin. Manchmal wenn Sascha abends allein in seinem Bett lag, weinte er sich vor Liebeskummer in den Schlaf. Leider war er so blind vor Liebe, dass er einfach nicht sah, dass Annabella eigentlich einen ziemlich fiesen Charakter hatte und mit Kevin an ihrer Seite ziemlich angab. Kevin hasste Sascha wie die Pest und wenn Sascha dem Kevin zufällig über den Weg lief, musste er sich oft schlimme Beleidigungen anhören. Und Annabella lachte auch noch mit. Aber trotzdem gab Sascha nicht auf, um bei ihr zu landen.


Eines Tages kam eine neue Studentin an die Uni. Shira Versano. Sie war auf den ersten Blick erst mal unscheinbar und fiel kaum auf. Aber Sascha verstand sich mit ihr schon gleich ziemlich gut. Sie trug eine Brille und sie hatte ihre langen schwarzen Haare immer zu einem strengen Zopf geflochten. Auch sie mochten ganz am Anfang viele Studenten nicht, hielten sie für eine Streberin. Aber nun war Sascha in der Pause nicht mehr allein. Nun waren sie immerhin schon zwei Außenseiter. Shira kam aus Israel und konnte nur wenig deutsch. Aber sie unterhielten sich oft auf Englisch. Eines Tages fiel Shira auf, dass Sascha ganz oft immer noch versucht ein Date mit Annabella zu bekommen. Sascha hatte sogar extra I Love Milka-Pralinen von Edeka geholt und wollte sie ihr schenken. Sascha gab sie Annabella, als Kevin gerade nicht in der Nähe war. Annabella fühlte sich sehr geschmeichelt. Zuerst hätte sie die beinahe genommen, aber dann sah sie Kevin in der Nähe von den Spinden stehen. Sofort wurde sie zickig und meinte zu Sascha, dass er sich schon etwas Besseres einfallen lassen müsste, als diese Billigpralinen von Aldi. Kevin lachte im Hintergrund. Enttäuscht schmeißt Sascha die Pralinen in den Mülleimer. Shira hatte alles beobachtet. Sie ging auf Sascha zu und meinte zu ihr: "Warum stehst du nur auf diese blöde Ziege. Sie ist so ein gemeines Biest. Im Hintergrund lacht sie sich doch nur über dich kaputt," meinte Shira im gebrochenem Deutsch. Ich mag dich so wie du bist." Damit hatte Shira ihn jedes Mal wieder gut aufgebaut. Shira wurde Saschas beste Kumpelfreundin. Sascha hatte auch noch eine andere Traumfrauen, die er bewunderte. Die Frau aus der Serie Supergirl. Er hatte schon drei Staffeln von dieser Serie gesehen und war ein absoluter Fan von ihr. Und er schwärmte für Wonder Woman. Auch Melissa war seine Traumfrau. Sein Superheldin.


Eines Tages zeichnete er nur für sie eine Comicstory und verschickte sie per Fanpost an den Superstar. Das inspirierte Melissa. Ihr Schauspielteam hatte schon lange keine guten Ideen mehr und die Supergirlserie stand kurz vor dem Aus. Saschas Ideen konnten der Regisseur und die Schauspieler für die 5. Staffel gut verwenden und so konnte die Supergirlserie weiter gedreht werden. Melissa schrieb Sascha daraufhin ziemlich schnell zurück. Sie schrieb, dass der Regisseur Sascha gerne mal persönlich kennenlernen möchte. Der Regisseur und Melissa luden Sascha sogar in die USA ins Filmstudio ein. Natürlich sagte Sascha gleich ja dazu. Er freute sich riesig. Diese tolle neue Nachricht musste er natürlich gleich Shira mitteilen. Und Shira hatte Sascha gefragt, ob sie ihn in die USA begleiten kann. Natürlich stimmte er zu. Shira war doch seine beste Freundin.


Eines Tages fiel Annabella auf, dass Sascha und Shira immer öfter zusammen saßen und lachten oder schöne Dinge unternahmen. Annabella wurde plötzlich auf Shira eifersüchtig. Sie erzählte es Kevin und gemeinsam planten sie plötzlich eine gemeine Intrige gegen Sascha. Annabella beschloss Sascha erst mal zu verführen. Sie ging auf Sascha zu und meinte zu ihm: „Hey Sascha. Na wie geht’s? Du stehst doch schon so lange auf mich. Stell Dir vor ich habe mit Kevin Schluss gemacht. Hast Du Lust mit mir über den Dom zu schlendern? Nur Du und Ich.“ Darauf war Sascha überhaupt nicht gefasst. Endlich ging sein Traum in Erfüllung. Erst stotterte er: „Ähm ja gerne äh... Unglaublich, dass Du mich jetzt endlich mal nach einem Date fragst. Darauf habe ich jahrelang gewartet. Natürlich möchte ich mit Dir über den Dom gehen.“ Natürlich teilte das Sascha auch Shira freudig mit. Doch sie war überhaupt nicht begeistert. Im Gegenteil. Etwas stimmte da nicht. Shira meinte, dass Sascha auf keinen Fall zu diesem Treffen gehen sollte. Sie warnte Sascha und meinte, dass das eine gefährliche Falle sei und dass Annabella das gar nicht ernst meinen würde. Aber Sascha wollte nicht auf Shira hören und so ging er mit Annabella über den Dom. Sie aßen zusammen Zuckerwatte und Sascha schenkte ihr ein Schokoladenherz, worauf stand, Du bist meine Traumfrau. Das Annabella aber genervt die Augen verdrehte, sah er in dem Moment nicht. Nach ca. einer Stunde fragte Annabella Sascha dann, ob er Lust hätte mit ihr zusammen mal die neue Geisterbahn auszuprobieren. Eine Geisterbahn, wo man zu Fuß durchging und den Grusel noch intensiver erleben kann, schwärmte Annabella. Sie war ein echter Gruselfan.


Schließlich gingen sie in die neue Geisterbahn. Aber als sie in der Geisterbahn drin waren, passierte plötzlich etwas, womit der arme Sascha nie gerechnet hätte. Kevin, der als Monster verkleidet war, betäubte Sascha mit Chloroform und zog ihn dann in einen kalten Lagerkeller. Annabella und Kevin fesselten und knebelten Sascha. Als Sascha erwachte, stand Kevin mit einem dreckigen Grinsen vor ihm. „Die Stunde der Rache ist gekommen, du Loser. Du wirst mir nie wieder meine Traumfrau wegnehmen. Annabella gehört mir allein.“ Brutal schlug er Sascha ins Gesicht. Sascha bekam heftiges Nasenbluten. Annabella trat ihn in die Seite. Sascha wimmerte vor Schmerz. Dann hörte er Annabella gehässig lachen. „Hast du wirklich geglaubt, dass ich mich mit so einem billigen Loser abgebe wie du? Igitt. Bei mir bist du voll bei der falschen...“ Annabellas Satz endete abrupt. Sie bekam einen Schlag auf den Hinterkopf. Annabella schrie kurz auf, taumelte und fiel hin. Die Stimme kam Sascha bekannt vor. „Das Spiel ist aus, du falsche Schlange.“ Und Kevin, das ist für dich, du Mistkerl.“ Sie trat Kevin in seine goldene Mitte. Er brüllte vor Schmerz und brach zusammen.


Schließlich merkte Sascha, wie ihn jemand von den Fesseln löste. Es war Shira im Wonder Woman-Kostüm. Sascha staunte nicht schlecht. Als er sie befreit hatte, nahm er sie dankbar in die Arme. „Du bist meine wahre Superheldin. Danke Shira. Endlich hast du mir die Augen geöffnet. Sascha und Shira fesselten nun Annabella und Kevin und übergaben sie dann der Polizei. Nun hatte Sascha seine Superheldin gefunden. Seine Shira aus Israel. Als er sie ohne Brille und mit offenen Haaren und auch noch im Superhelden-Kostüm sah, stand ihn der Mund vor Staunen offen. „Unglaublich! Oh man. Du siehst genauso aus wie Wonder Woman.“

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