23. September 2026

Fehl am Platz?

von Nora Marie

Es gibt Leute, die verschlingen mich. Von anderen werde ich auch inhaliert. Doch hier fühle ich mich völlig fehl am Platz. Die Frau schätzt mich überhaupt nicht wert. Dabei biete ich ihr so viele wertvolle Informationen! Ich selbst würde so gern mein Wissen mit ihr teilen, aber nein, sie will es gar nicht wissen. Das verstehe ich nicht. Wie kann man nur – insbesondere in einer Welt wie dieser – auf Wissen freiwillig verzichten? Dafür müsste sie mich nur in die Hand nehmen und beginnen, mich von vorn bis hinten anzuschauen. Okay, verstehen müsste sie mich auch noch. Vielleicht versteht sie mich ja nicht. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Zugegeben, nicht jeder versteht mich gleich auf Anhieb. Doch die Frau begann schon mit den ersten meiner Seiten und nickte an den richtigen Stellen. Auch die Zeit scheint nicht ihr Problem zu sein. Warum legte sie mich dann wieder zur Seite und widmete sich nur noch ihrem Smartphone? 
Ich fühle mich trotzdem viel wertvoller als so ein simples Smartphone. Außerdem würde sie von mir nicht dumm werden. Jetzt habe ich Angst, dumm zu werden, wenn mich keiner mehr liest.

Ja gut, ich kann der Frau an sich keinen Kontakt zu anderen Menschen bieten. Aber sie könnte sich, nachdem sie mich durchgelesen hat, mit anderen treffen, die sich in derselben Situation fühlen wie sie und tiefgreifende Gespräche führen, gerne mit dem Wissen, welches ich ihr biete.
Ich merke schon: Dies ist ein Kampf gegen die neuen Medien, den ich gewinnen will auch wenn es hart wird!

22. September 2026

Eine Geschichte aus der Perspektive einer Banane

von Dennis Seidel

Frühmorgens wache ich auf.
Ich bin eine Banane.
Ich stehe auf und weil ich sehr krumm bin muss ich aufpassen,
dass ich nicht hinfalle.
Zuerst mache ich mir einen Kaffee.
Die Menschen halten mich jetzt wohl für verrückt.
Eine Banane die Kaffee trinkt?
Dann drehe ich die Musik laut auf
und singe "Atemlos durch die Nacht"
Meine Nachbarin, eine grüne Olive,
hämmert sehr laut an der Tür.
Sie schreit: "Sag mal Nena kannst du mal leiser sein?"
Nach dem Frühstück fahre ich dann los zur Arbeit.
Draußen gucken mich alle komisch an.
Ich habe ja einen Motorroller.
Ein kleiner Hund fängt laut zu kläffen an.
Ein Junge schreit: "Mama guck doch mal!
Da ist eine Banane auf einem Motorroller!"
Ein Taxifahrer brüllt: "Fahr mal weiter du blöde Banane!"
Auf der Arbeit angekommen gehe ich in mein Büro.
Dann kommt meine Chefin, eine gelbe Marille, rein.
Sie sagt: "Guten Morgen Nena."

1. September 2026

 von Barbara Höft

An meine
Haare lass
ich bloß
Schauma
und Mikroplastik
für ausreichend
verschmutzte
Meere
und manchmal
auch
Olivenölseife
für klebrige
Haare.
Das ist
besser als
Superkleber
von taft.