9. April 2014
Meine Kindheit und mein Erwachsen sein
Ich, der Marco, bin ein echtes Landei. Das liegt vielleicht daran, dass ich auf dem Lande groß geworden bin.
Ich liebe das ländliche Leben. Die Menschen kennen sich alle recht gut und haben sich auch miteinander angefreundet und halten dennoch den nötigen Abstand, um sich nicht auf die Füße zu treten. Es grünt und blüht schon alles. Frühmorgens, wenn ich die Fenster öffne höre ich bereits die kleinen Vögel zwitschern. Ich liebte diese Ruhe bereits seit meiner Kindheit. Daher wollte ich auch nie aus dieser Gegend wegziehen. Wir sind vom Wald eingeschlossen. Die Tiere kommen bis an das Gartentor heran. Es ist einfach herrlich hier.
Ich habe das große Glück, dass ich ein schönes zu Hause habe, darüber bin ich sehr froh. Was mir bei meinem zu Hause sehr gefällt ist die Tatsache, dass meine Eltern mir ein großes Wohnzimmer angeboten haben, das hat sogar über 50 m². Dieses Zimmer nutze ich auch richtig aus, ich habe mir auch eine klasse Musikanlage gekauft. Ich muss schon sagen, dass ich ein richtiger Musikfan geworden bin. Ich habe mir, schon vor vielen Jahren, selbst große Boxen gebaut. Aber ich versuche, trotz meiner Musik, meine Nachbarn nicht zu stören. Dieses Haus hat mein Vater eigenhändig gebaut. Was mir sehr gut gefällt ist die Tatsache, dass wir auch nette Nachbarn haben. Das sind Menschen die mir gut gefallen und die uns auch mit unseren Macken mögen.
Ich glaube, ich bin ein glückliches Landei und darüber bin ich auch sehr froh.
Ich hoffe sehr, dass ich mich mit der Hilfe meiner Eltern wieder langsam rehabilitieren kann, das heißt, ich hatte vor vielen Jahren einen schweren Unfall. Ich bin sehr froh, dass meine Eltern mich nie im Stich gelassen haben.
Durch die Schreibwerkstatt, die von Frank und Anette geführt wird, können wir uns durchaus kreativ weiterentwickeln. Dieser Kurs begann mit Sylvia Heinlein und Frank Nestler. Die uns gezeigt haben, dass auch wir vollwertige Menschen mit sogar gewissen Begabungen sind und darüber bin ich sehr froh. Was ich auch sehr klasse finde ist, dass sich die netten Menschen von der Schreibwerkstatt so viel Mühe mit uns machen und uns bei unserer Rehabilitation helfen. Es ist zwar ein weiter Weg, zur Schreibwerkstatt zu kommen¸ aber es lohnt sich wirklich.
21. März 2014
Das Bier!
Hey Leute: ich, Gundi, besaufe mich Tag und auch in der Nacht, mit Bacardi, Bier, Eierlikör, Korn, Whisky, Coca Cola, Malzbier, Klaustaler, aber ich, Gundi, sage Euch: dass ich nie wieder Leitungswasser und Selters trinke.
Eure: Autorin Gundi Breul
Was wäre, wenn ich ...
... Gundi, keine Epilepsie hätte!
Ich, Gundi, bin mit zu wenig Sauerstoff zur Welt gekommen, und hatte die Schnur um den Hals.
Und habe sofort geschrien. Das Krankenhaus Mariahilf hat bis zu meinem fünften Lebens Jahr leider nichts bemerkt.
Aber dann, ab den fünften Lebens Jahr, haben die meine Epilepsie fest gestellt, und dann, als ich einwenig größer wurde, so ca. 13 Jahre alt, und noch bei meinen Eltern gewohnt habe, da hatte ich meinen zweiten, oder meinen, dritten epileptischen Krampfanfall gehabt.
Und als ich bei meinen Eltern dann weggetreten war, hatte meine Mutter bei der Leitstelle angerufen, und gefragt, ob die mal einen RTW und NAW vorbei schicken können, denn meine Mutter meinte, dass ich ins Krankenhaus müsste, weil ich schon ca. drei Stunden ohne Bewusstsein gewesen war.
Ich mache die Schachtel auf und dann ...
... springt mir ein kleiner grüner Zwerg entgegen, lacht hämisch und ruft:
Ich machte die Schachtel auf und dann…
Man, was ist
es spät! Aber noch eine Station, dann werde ich endlich zu Hause sein! Die
Schreibwerkstatt ist mir einfach zu spät. Schade, dass dieser Kurs mir so gut
gefällt, sonst hätte ich ihn schon längst aufgegeben.
Oh, die nett
aussehende, junge Frau, die eben aus der Bahn ausstieg, vergaß diese interessant
aussehende Schachtel da vorne. Mist, wäre mir das früher aufgefallen, hätte ich
ihr sofort Bescheid gegeben, die junge Frau sah sehr nett aus.
Was da wohl
drin ist? Ich glaube, ich schaue lieber mal nach, vielleicht steht ihre
Anschrift in dieser Schachtel, oder auch die Telefonnummer.
Ich torkele
zur Schachtel und versuche, mich durch den Deckel zu kämpfen, um sie zu öffnen.
Doch nichts zu machen. Also klemme ich sie mir unter den Arm und nehme sie mit
zu mir nach Hause. Zu mir, in meine einsame Wohnung. Gleich kommt ja meine
Haltestelle. Vielleicht ist die Schreibwerkstatt für mich ja nur dazu da, um
unter Gesellschaft zu sein? Das mag durchaus sein. Auf meiner Arbeit habe ich zwar
Kontakt zu den Kunden, aber da ist mir natürlich auch niemand näher…
So, hinter
der nächsten Parkbank liegt schon meine Straße. Ich glaube, ich werde die
Schachtel einfach dort abstellen und erneut versuchen, sie öffnen, langsam wird
sie echt schwer.
Doch wie
kann ich sie aufbekommen?
Ich puhle am
Deckel und bekomme sie schließlich doch noch auf.
Sie öffnet
sich wie von selbst! Dann schaut ein Kopf heraus. Und ich sehe eine Hand, die
aus der Schachtel herauslugt. „Könntest Du mir mal bitte helfen?“, fragt mich dieser
Junger Mann, der zu dem aus der Schachtel hervor lugendem Kopf gehört. Doch ich
kann ihm nicht helfen. Ich staune nur. Doch tatsächlich: Ein junger Mann, etwa
in meinem Alter, entsteigt der Schachtel. Wow, sieht der gut aus!
Mein Mund
ist weit geöffnet und bleibt es auch, ich kann nichts dagegen tun.
„Vielen Dank
für meine Befreiung! Man, was war es eng in dieser kleinen Schachtel! Das war
echt frech von Laura, mich in so eine kleine Schachtel zu sperren! Ich bin
Tommy. Und wer bist Du?“, fragt mich der junge Mann, der zu dem hübschen Kopf
gehört.
„Ich bin
Lisa“, stottere ich. „Und wer ist Laura? Und warum und wie hat sie Dich in
diese Schachtel gesperrt?“, frage ich verwirrt.
„Hallo Lisa!
Ach, Laura ist nun Vergangenheit. Die Zukunft gehört Lisa“, strahlt mich Tommy
an. Doch Moment, das geht mir gehörig zu schnell! Ich bin zwar schon einsam, aber
trotzdem glücklich. Und das möchte ich auch bleiben, glücklich, da einsam. So
sage ich zu Tommy: „Das ist schön für Dich, dass Du eine Lisa hast, mit der Du
Deine Zukunft teilen kannst. Denke ich zumindest, dass es sicherlich schön für
Dich ist. Für mich wäre es zwar am schönsten, allein zu bleiben, doch kann ich
diejenigen verstehen, die es lieber anders hätten. Also verstehe ich auch Dich,
Tommy. Und ich freue mich für Dich, dass Du eine Lisa kennst, mit der Du Dein
Leben teilen kannst.“ Ich blicke den nun verdutzt wirkenden Tommy tief in die
Augen und frage ihn: „Wo wohnst Du denn Tommy? Treffen wir uns mal wieder? Ich
bin jede ungerade Woche um diese Zeit in dieser Bahn. Ich würde Dich aber bei
unserem nächsten Treffen aber gern in einer anderen Situation sehen, nicht
immer aus so einer kleinen Schachtel kriechend. Bist Du übernächste Woche
wieder hier?“, frage ich hoffnungsvoll.
Ich verstehe
das nicht, doch auf einmal steht Tommy gar nicht mehr vor mir. War das nur ein
Traum? Schade. Doch ich werde voller Hoffnung in zwei Wochen wieder in dieser
Bahn sitzen. Und mal sehen, ob ich dann wieder eine interessant aussehende
Schachtel finde. Oder einen interessant aussehenden jungen Mann.
Ich mache die Schachtel auf und dann ...
Das Glück ist etwas, was dem Leben einen tieferen Sinn geben könnte. Da das Glück etwas ganz besonderes ist, sollte man das Leben als solches genießen. Ich denke das Leben ist ein Geschenk, das uns von höherer Stelle gegeben wurde. Aber ich frage mich immer noch, was sonst in der Schachtel verborgen ist. Die Neugier ist diesbezüglich sehr groß. Es geht mir mit dem Öffnen der Schachtel einfach zu langsam.
Nun komme ich auf den Gedanken, dass in der Schachtel mein leckeres Abendessen sein könnte, denn ich habe irgendwie einen sehr großen Appetit auf ganz leckere Sachen, Hoffentlich ist in der Schachtel nicht irgendein sinnloses Zeug, mit dem man nichts anfangen kann.
Was wäre wenn ...
Was wäre wenn ...
Was wäre, wenn ich diese eine Person in meinem Leben nie getroffen hätte
Nun ja, hätte ich diese sehr gute Freundin nie getroffen – ich kenne sie schon mein ganzes Leben lang –, hätte ich viele lustige, schöne, freudige Tage nie erlebt. Hier drei Dinge, die wir zusammen erlebt haben:
Mit zwölf Jahren fanden wir die Jungens noch recht blöd. Also haben wir auf viele Zettel geschrieben: „Alle Jungens sind blöd!“, und diese Zettel dann in fast jeden Briefkasten der Wohnungen in unserem Haus gesteckt. Am wichtigsten war natürlich die Wohnung unter uns. Denn wer lebte da? Richtig, ein Junge.
Oder als wir in Frankreich waren. Da habe ich zum Geburtstag eine leichte Frisbee bekommen. Meine Mutter hatte uns noch gesagt: „Diese Frisbees können sehr schnell fliegen.“ Und dann: ein Wurf, und der Frisbee war im Meer verschollen. Was für ein Pech!
Als wir einmal gemeinsam im Kino waren, hatte meine Freundin ihren Lipgloss verloren. Also baten wir den Putzmann, ob er uns denn helfen könnte, zu suchen. Worauf er kopfschüttelnd erwiderte: „Frauen! Ich weiß schon, warum ich schwul bin!“