Dienstag, 22. Juni 2021

Meer - wir tauchen ab

von Lina Strothmann

Wenn sie ihn nicht akzeptieren, müssen wir es eben auf eine andere Tour machen. So schnell es ging, packte ich mit meinem Freund unsere wichtigsten Sachen und steckten sie in unsere Taschen. 

Ein Jahr war ich jetzt schon mit ihm zusammen und meine Eltern waren immer noch gegen ihn, nur weil er nicht sprechen kann. Mein Gott, man kann sich ja auch anders ausdrücken! Ich habe Gebärdensprache gelernt.

Jetzt waren mir die ewigen negativen  Kommentare der anderen völlig egal. Wir würden gemeinsam ans Meer fahren und zwar mit einem Segelschiff von Deutschland nach Spanien. Wir hatten viel Geld gespart, um uns ein Segelboot zu kaufen. Den Segelführerschein hatten wir beide gemacht. Wir würden über die Elbe, die Nordsee und den Atlantik segeln. Wo genau in Spanien wir hinwollten, ließen wir uns noch offen.

Endlich waren wir auf dem Schiff, spannten die Segel und es ging los. Wir segelten und beobachteten die Vögel, die über uns her flogen, hörten das Rauschen des schönen Wassers und sahen den Untergang der Sonne. Es war alles so romantisch, alles hinter sich zu lassen und zu vergessen.

Ich wollte gerade meinem Freund ein Brot geben, als eine Möwe so schnell auf mich zugeschossen kam und sich das Brot schnappte. Ich schrie laut auf und wich so schnell zurück, dass das Segelboot umkippte. Daran war wahrscheinlich auch der Sturm schuld. Das Schiff war schon die ganze Zeit am Wackeln. Aber als wir im Wasser waren, schafften wir es ruhig zu schwimmen. 

Leider waren wir noch so nah an Hamburg, dass wir zurück schwimmen mussten. Endlich angekommen, ließen wir uns auf den Strand fallen. Ohne Sack und Pack, aber wir hatten uns beide und das war immer noch das Wichtigste.

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