Dienstag, 22. Juni 2021

Reden ist Silber

von Nora Poppensieker

Wir beide sitzen nebeneinander, ich schaue nach vorn, während Du Dir den Raum näher betrachtest und… Nichts und! Kein Wort, noch nicht einmal ein Flüstern weicht aus einem unserer Münder.

Ist das normal? Doch: Was ist schon „normal“? Dass wir uns anschweigen ist es. Keiner von uns ringt nach Worten, um die Stille zu brechen. Wir brauchen keine Worte, um uns zu verstehen, um uns zu unterhalten. Wir sind einfach da, und das genügt uns.

Ein angenehmes Schweigen, eine harmonische Stille breitet sich aus. Wir fühlen uns wohl, wir scheinen angekommen zu sein.

So könnte es ewig weitergehen, finde ich. Doch leider vergeht die Zeit, man kann diesen Moment nicht einfangen, ihn nicht einfrieren und so konservieren, um ihn später noch einmal herausholen, ihn neu zu erleben. Man kann den Moment nur so, wie er gerade ist, nehmen und genießen.

Und dann kommt der Zeitpunkt, wo wir uns wieder trennen müssen. Du willst schon wieder gehen?! Hmm. „Tschüss dann! Wann treffen wir uns wieder zum gemeinsamen Schweigen?!“

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